Ortsteil Tiefenstein

Einwohner: 153 (Stand 30.06.2018)

Der Name kommt von den aus der Nordost-Schweiz stammenden Herren von Tüffen, die hier am einzig möglichen Übergang über die Alb eine Burg erbauten. Das mächtige Geschlecht der Tiefensteiner, das maßgebend an der Erschließung des Hotzenwaldgebietes zwischen Alb und Wehra beteiligt war, ist urkundlich nur kurze Zeit zwischen 1239 und 1317 nachweisbar. Die Burganlage Tiefenstein wurde 1272 von Rudolf von Habsburg zerstört.

Wappen Tiefenstein
 

Die spärliche Siedlung Tiefenstein in der Albtalschlucht erlangte Bedeutung nach der Entdeckung von Eisenerz in der nahegelegenen Albhalde bei Unteralpfen. Nach 1650 entstand, die Wasserkraft des Schildbaches ausnützend, eine Eisenschmelze mit einem Hammerwerk. Letzteres wurde bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts betrieben. Eine daraus hervorgegangene Spinnerei und Zwirnerei gab in der Folgezeit mehreren hundert Menschen Arbeit und Brot. Bekannt ist Tiefenstein auch durch seine großen Granitsteinbrüche.

Verwaltungspolitisch bildete der Ort stets ein Kuriosum: Da es zu keiner Zeit eine Gemarkung Tiefenstein gab, konnte sich nie eine Gemeinde bilden. Die Bewohner des Tales waren aufgeteilt nach den von ihnen bewohnten Gemarkungen Rüßwihl, Niederwihl, Schachen und Buch, die hier zusammenstießen. Die Tiefensteiner zählten also zu vier politischen Gemeinden und zu den zwei ehemaligen Landkreisen Säckingen und Waldshut, da die Alb Grenzfluß war. Erst 1975 wurde dieser komplizierte Zustand bei der Gemeindereform beendet. Heute gehören die vier ehemaligen Ortsteile von Tiefenstein komplett zur Gemeinde Görwihl.

Tiefenstein war nie eine politische selbständige Gemeinde, führte also auch kein eigenes Siegel. 1982 entschloß sich die Gemeinde Görwihl, dem Dorf ein eigenes Symbol zuzuerkennen. Das Wappen zeigt in gespaltenem Schild vorn in Rot einen goldenen Helm mit aufgesetztem Schwan - Helmzier der Freiherren von Tiefenstein um 1250. In der hinteren Schildhälfte steht in Gold auf einem grünen Berg ein roter Turm mit dreigeteiltem Zinnenkranz, in Erinnerung an die ehemalige Burg Tiefenstein, die dem heutigen Dorf den Namen gab.

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